Diagnose Krebs: Was nun?

"Sie haben Krebs!" Für jeden, der diese Worte hört, ist die Welt nie mehr die, die sie zuvor war. Die Diagnose ist ein Schock für den Betroffenen und die Angehörigen. Mitten im Leben tut sich der Boden unter den Füßen auf und das Wort "Tod" lähmt jeden Gedanken und jedes Gefühl. Dann durchläuft man meist typische Stadien der Verabreitung: Nicht-Wahrhaben-Wollen, Wut, Hadern mit dem Schicksal (Wieso gerade ich?), evtl. Verhandeln mit Gott und irgendwann das Akzeptieren der Krankheit. Der Umgang mit der Diagnose ist natürlich bei jedem Betroffenen unterschiedlich, manche Stadien der Verarbeitung überspringt man vielleicht oder bleibt in einem Stadium hängen. Wichtig ist, dass man die Lähmung überwindet! Das gelingt am besten, wenn man den Mut hat, sich über die Krankheit zu informieren. Das kann auch ausschlaggebend für den Krankheitsverlauf sein!

Aus eigener Erfahrung möchte ich folgende Empfehlungen geben:
  • Lassen Sie sich auf jeden Fall in einer Klinik behandeln, die bei diesem seltenen Krebs viel Erfahrungen hat! Das könnte Ihr Leben retten. Bitten Sie Ihren Hausarzt/Facharzt oder Ihre Krankenkasse um Adressen. Wertvolle Informationen finden Sie auch im größten deutschen Krebsforum www.krebs-kompass.de. Dort tauschen sich Betroffene und Angehörige aus und es gibt auch Listen für Ärzte und Krankenhäuser.

  • Wenn Sie nicht in der Nähe einer spezialisierten Klinik wohnen, haben Sie das Recht und die Möglichkeit, Ihre Diagnoseunterlagen an eine "Kapazität" zu schicken und eine 2. Meinung einzuholen. Ihre Anfrage wird meist sehr zügig beantwortet.
  • Laden Sie sich bei der Deutschen Krebshilfe (www.krebshilfe.de) die Info-Broschüre zum Speiseröhrenkrebs herunter oder bestellen Sie sie kostenlos. Sie enthält alle wichtigen Informationen über Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten.
  • Wenn Sie keine Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung haben, so informieren Sie sich.
  • Wenn Sie sich nicht in der Lage fühlen, all diese Dinge zu tun, dann bitten Sie einen Angehörigen, Freund usw., das für Sie zu tun!
  • Nehmen Sie zu jedem Arztgespräch eine Begleitung mit, denn vier Ohren hören mehr als zwei. Notieren Sie Ihre Fragen vorab und fragen Sie so lange, bis Ihnen alles klar ist. Haben Sie keine Angst, zu "nerven". Sie haben das Recht, ausführlich informiert zu werden.
  • Stellen Sie nie die Frage nach der Prognose! Sie werden nur statistische Antworten bekommen, die Ihnen und Ihrer Erkrankung nicht gerecht wird. Laut Statistik wäre ich schon lange tot.
  • Ich hoffe, Sie finden so wie ich einen Arzt, dem sie 100% vertrauen und der Ihnen Hoffnung und Zuversicht vermittelt. Das macht vieles leichter.
  • In guten Krebszentren gibt es speziell ausgebildete Psychologen. Nutzen Sie diese Möglichkeit zum Gespräch, denn Angehörig und Freunde werden oft nicht nachvollziehen können, was Sie empfinden.
  • Wenn Sie ungelöste zwischenmenschliche Probleme mit sich herumschleppen, so machen Sie diese zum Thema mit dem Psychologen oder evtl. einem Seelsorger. Solche Probleme belasten Sie und Ihr Immunsystem, und das sollten Sie nicht riskieren.
  • Falls Sie rauchen, so ist jetzt der Zeitpunkt, damit aufzuhören. Nikotin kann die Wirkung von Chemo und Bestrahlung stark abschwächen!
  • Ein Tagebuch hilft bei der Verarbeitung
  • Die Krebstherapie (OP, Chemo, Bestrahlung, einzeln oder in Kombination) ist kein Spaziergang. Hören Sie auf Ihren Körper und überfordern Sie ihn nicht. Sagen Sie Ihren Angehörigen und Freunden ganz klar, wenn Sie Ihre Ruhe brauchen oder einen Wunsch haben.
  • Tun Sie das, was Ihnen gut tut!
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