Rückfällen vorbeugen?

Wenn eine Krebstherapie erfolgreich abgeschlossen ist, sollte ja eigentlich alles in Ordnung sein. Ist es aber nicht. Ich hatte das Gefühl, dass sich eine große Leere auftut, die irgendwie zu füllen wäre. In den vergangenen sechs Monaten war mein Leben strukturiert: jede Woche ein Krankenhausaufenthalt mit 2 – 3 Tagen, manchmal auch länger oder ungeplante Pausen wegen schlechter Blutwerte, darauf achten, dass ich genug esse und trinke, mit ständiger Schwäche und Müdigkeit umgehen, den Alltag organisieren usw. Diese Regelmäßigkeit  gab Struktur und Sicherheit. Jetzt galt es, einen neuen Rhythmus zu finden, was nicht so einfach war. Hinzu kamen viele belastende Fragen:

  • Was ist nun mit dem Krebs? Schließlich gilt man erst nach mindestens 5 Jahren als geheilt, wenn überhaupt.
  • Was ist mit den Krebszellen, die jetzt noch in meinem Körper herumschwirren und möglicherweise Metastasen bilden? Kann man die bekämpfen?
  • Was ist mit den Schäden, die Chemo und Bestrahlung in meinem Körper hinterlassen haben? Was ist mit den Langzeitschäden, auf denen in den Aufklärungsformularen hingewiesen werden? Kann man die vermeiden?

 

Ich hatte beim Abschlussgespräch Therapie viele Fragen, die von den Onkologen aber nicht wirklich beantwortet werden konnten. Für den Speiseröhrenkrebs gibt es keine Anschlussbehandlung wie z.B. für Brustkrebs (vermutlich weil die Fallzahlen für Forscher und Pharmaindustrie zu klein sind). Mir wurde geraten, mich gesund zu ernähren, Stress zu vermeiden und das Leben zu genießen. Im gleichen Gespräch erfuhr ich aber auch, dass die Rezidivrate bei diesem Krebs und meinem Stadien sehr hoch ist, vor allem im ersten Jahr (80%).

 

Einen Arzt für biologische Therapien finden

 

Nach diesem Gespräch war mir klar, dass ich hier von der Schulmedizin keine wirklichen Antworten bekommen würde. Genauso klar war mir aber auch, dass ich es bei den Ratschlägen, die ich erhalten hatte, nicht belassen konnte. Ich bin nicht der Typ, der die Hände in den Schoß legt und auf das Schicksal wartet, vor allem nicht dann, wenn die statistische Überlebenszeit der nächsten fünf Jahre nur gerade mal 3% beträgt. Ich glaube auch fest daran, dass man dem Krebs auf Augenhöhe begegnen muss und dazu muss man ihn sehr gut kennen.

 

Ich hatte schon bis dahin viel Fachliteratur gewälzt, was die Entstehung des Krebses und die Mechanismen der Metastasierung betrifft. Nun stürzte mich auf den Bereich der biologischen Krebstherapie und musste feststellen, dass hier der Umfang der Literatur eher bescheiden ist.

 

Aus meiner beruflichen Tätigkeit kannte ich die Gesellschaft für biologische Krebsabwehr in Heidelberg (www.biokrebs.de), auf deren Homepage viele Informationen zu finden sind. Ich wusste auch, dass Professor Josef Beuth von der Universität Köln sich wissenschaftlich mit der biologischen Krebstherapie befasst und auch Patienten berät (Email:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!). Köln war mir aber zu weit, deshalb suchte ich einen Arzt auf, bei dem ich schon vor Therapiebeginn wegen komplementärer Verfahren nachgefragt hatte (Adresse hatte ich auf der Therapeuten-Liste der Gesellschaft für biologische Krebsabwehr gefunden). Es wurde ein langes und aufschlussreiches Gespräch. Er riet mir, zunächst einen Immunstatus zu machen und eine Redifferenzierungstherapie nach Dr. Krämer mit speziellen Nahrungsergänzungsmitteln. Er legte mir auch den Besuch bei einem Homöopathen und einem ganzheitlich arbeitenden Zahnarzt ans Herz und informierte mich über eine spezielle Immuntherapie, die in München angeboten wird. Wieder zu Hause setzte ich mich an den Computer und recherchierte wegen der Therapievorschläge. Die Therapie nach Dr. Krämer war mir schon länger bekannt. Sie schien mir sehr schlüssig und für mich passend. Den Bereich der Homöopathie würde eine Freundin (Heilpraktikerin) abdecken, die mir schon die ganze Zeit sehr liebevoll zur Seite gestanden  hatte. Die Immuntherapie in München hörte sich interessant an, war aber sehr teuer und mein Bauch sagte Nein dazu.

 

Bei meinem nächsten Besuch war der Immunstatus ausgewertet, und zu meinem Erstaunen sah der richtig gut aus. Wer hätte das gedacht? Eine Misteltherapie, über die ich ebenfalls nachgedacht hatte, war für mich in diesem Fall nicht richtig. Ich erhielt aber meinen Therapieplan für die nächste Zeit:

 

Alpha Liponsäure, Bromelain, Coenzym Q10, Olivenblattextrakt, red. Glutathion, Quercetin, Heilpilze, Curcumin, Selen und ein Multivitaminpräparat.

 

Meine Nährstoff-Therapie

Warum gerade diese Substanzen?

 

Bei diesem Therapieplan geht es vor allem darum, einem neuen Krebs den Nährboden zu entziehen, die schädlichen Nebenwirkungen der Chemo- und Strahlentherapie zu senken und das Immunsystem zu stärken.

 

Der Nährboden für Krebs sind vor allem Giftstoffe, chronische Gewebe-Entzündungen und kranke Mitochondrien durch oxidativen Stress.

 

Also muss der Körper entgiftet und Entzündungsfaktoren reduziert werden. Gleichzeitig müssen die Mitochondrien wieder aktiviert werden, die durch Chemo- und Strahlen zusätzlich zerstört wurden. Also:

 

  • Entgiften mit: Alpha Liponsäure, Glutathion und Selen
  • Gegen Entzündungen: Alpha Liponsäure, Bromelain, Curcumin,    Olivenblatt-extrakt,  Quercetin
  • Gegen oxidativen Stress: Alpha Liponsäure, Curcumin, Glutathion, Selen, Q10, Quercetin
  • Zur Immunstärkung: Heilpilze
  • Für Mitochondrien: Alpha Liponsäure, Curcumin, Q10

 

Zu den einzelnen Wirkstoffen:

 

Alpha Liponsäure

 

Alpha Liponsäure ist ein starkes Antioxidans und elementar für die Energie-Produktion in den Mitochondrien. Alpha Liponsäure hemmt den Entzündungsfaktor NF-Kappa B. Wird die Bildung dieses Entzündungsfaktors blockiert, so sterben die Krebszellen ab und bilden keine Metastasen. Alpha Liponsäure stärkt die Entgiftungsfunktion der Leber, normalisiert erhöhte Leberwerte und entgiftet Schwermetallablagerungen. Zusammen mit Vitamin B1 kann es bei Polyneuropathie durch Chemotherapie helfen.

 

Glutathion

 

Glutathion ist ein starkes Antioxidans und schützt Zellen vor den Schädigungen von freien Radikalen. Es kann auch verbrauchtes Vitamin C und E wieder antioxidativ wirksam machen. In Laborversuchen kann es Tumorzellen in den programmierten Tod (Apoptose) führen, wobei gesunde Zellen nicht betroffen sind. Glutathion spielt auch eine zentrale Rolle bei der Entgiftung von Medikamenten und giftigen Stoffen.

 

Selen

 

Selen hemmt das Wachstum von Tumorzellen und verbessert die Immunantwort, da es die Aktivität der natürlichen Killerzellen und T-Zellen steigert. Es verringert viele krebsfördernde Botenstoffe wie NF-Kappa B, Cox-2 und auch die Wachstumsfaktoren EGFR und HER2/neu. Diese befinden sich auf der Zellmembran. An ihrem unteren Ende wächst die sog. Tyrosinkinase in das Zellinnere. Dockt ein entsprechendes Molekül an den EGFR an, so löst die Tyrosinkinase chemische Prozesse aus und die Krebszelle teilt sich.

 

Bromelain

 

Bromelain ist ein Enzym aus der Ananas. Es hilft bei Entzündungen, beschleunigt den Heilungsprozess von Wunden, aktiviert verschiedene Immunzellen und löst gefährliche Immunkomplexe auf, die das Immunsystem hemmen. Wichtig ist vor allem, dass Bromelain die „Klebrigkeit“ von Blut- und Krebszellen senkt. Damit reduziert sich die Gefahr, dass Krebszellen sich anheften und Metastasen bilden.

 

Curcumin

 

Curcumin ist ein traditionelles Mittel in der ayurvedischen Medizin und wird dort bei Leber- und Gallenblasenstörungen, hohem Cholesterin und Verdauungsproblemen eingesetzt.

Curcumin fördert den Fluss des Gallensaftes, schützt die Leber bei der Entgiftung krebsfördernder giftiger Substanzen. Es wirkt entzündungshemmend und blutverdünnend. Curcumin reduziert MMP9, eine Substanz, die es Tumoren ermöglicht, sich durch das Bindegewebe hindurch einen Weg zu bahnen, um an Blutgefäße anzudocken, ohne das er nicht überleben kann. Durch die blutverdünnende Wirkung hemmt Curcumin ebenso wie Bromelain das Anheften von Krebszellen an Blutgefäßen und damit die Metastasenbildung.

Curcumin hemmt ebenso wie Selen die Wachstumsfaktoren EGFR und HER2/neu.

Achtung: Bei Gallensteinen ist hier Vorsicht geboten!

 

Quercetin

 

Quercetin ist ein wirksames Antioxidans. Es stimuliert das Immunsystem und kann die Krebs verursachende Wirkung von Wasserstoffperoxid hemmen, das die Kommunikation der Zellen stört. Quercetin hat ebenfalls entzündungshemmende Eigenschaften (Cox-2). In Laborstudien wirkte es wachstumshemmend auf Krebszellen, stimulierte aber auch den Wachstumsfaktor EGFR. (Vor- und Nachteile müssen hier abgewogen werden.)

 

Olivenblatt-Extrakt

 

Olivenblattextrakt ist ein natürliches Antibiotikum und bekämpft zudem Viren und Pilze. Es ist bei allen möglichen Infektionen hilfreich wie grippalen Infekten, chronischer Bronchitis oder auch bei Herpes und Epstein-Barr. Dadurch wird das Immunsystem entlastet.

 

Coenzym Q10

 

CoQ10 ist unentbehrlich für die Energieproduktion in den Mitochondrien, ohne die wir nicht leben können. Bei einem Mangel, der altersbedingt auftritt, aber auch durch Stress, Rauchen, Medikamente wie Statine verursacht wird, haben wir weniger Energie und das Immunsystem wird gestört. Bei der Energieproduktion in den Mitochondrien fallen natürlicherweise viele aggressive freie Sauerstoffradikale an (oxidativer Stress), die von CoQ10 abgefangen werden. Bei CoQ10-Mangel ist deshalb das Risiko für Krankheiten erhöht, wie Krebs, Alzheimer, Parkinson, Koronare Herzkrankheit, die durch oxidativen Stress verursacht werden. Oxidativer Stress führt zu genetischer Veränderung durch Schäden in der Mitochondrien-DNA.

 

Heilpilze:

 

Asiatische Pilze wie Agaricus, Maitake, Reishi, Shitake werden in der chinesischen und japanischen Krebstherapie traditionell eingesetzt und sind auch in den USA sehr beliebt. Die Pilze regen das Immunsystem an, haben einen positiven Einfluss auf den Fett- und Zuckerstoffwechsel und stärken insgesamt den Organismus.

 

 

Sechs Monate später

 

Dieses Therapieregime habe ich in hochdosierter Form ca. 6 Monate durchgeführt. Es wurde dann, nachdem ich einen Monat ganz pausierte, verändert, indem Quercetin ganz weg fiel und alle anderen Substanzen in der Dosis verringert wurden. Neu hinzu kamen Omega-3-Fettsäuren und Gelum-Tropfen.

 

Omega-3-Fettsäuren

 

Die übermäßige Zufuhr von tierischen Fetten und pflanzlichen Fetten mit hohem Omega-6-Anteil (z.B. Sonnenblumen-, Distel-, Traubenkernöl) begünstigt die Entwicklung eines Tumors. Eine Ernährung mit viel Omega-3-Fetten dagegen reduziert das Krebsrisiko. Omega-3-Fettsäuren wirken entzündungshemmend (Cox-2-Hemmung), fördern das Absterben der Tumorzellen und blockieren das Auswandern der Tumorzellen. Omega-3-Fettsäuren verringern die Durchlässigkeit von Gefäßen und damit die Invasion von Tumorzellen.

 

Gute Quellen für Omega-3-Fettsäuren sind fette Kaltwasserfische, Lein-, Walnuss- und Rapsöl, Leinsamen und Walnüsse. Da ich leider keinen Fisch mag, habe ich die Kapselform gewählt

 

Gelum-Tropfen

 

Gelum-Tropfen erhöhen die Energie in den Zellen, reduzieren die Gewebeübersäuerung (Krebs wächst in übersäuertem Gewebe), versorgen das Gewebe mit mehr Sauerstoff und entlasten die Leber, indem sie schädliche Gifte im Darm binden und zur Ausscheidung bringen. Gelum-Tropfen werden schon seit den 70er Jahren in der Naturheilkunde eingesetzt. Mehr Informationen unter www.dreluso.de.

 

Dies ist nur eine Auswahl von natürlichen Substanzen, die Krebszellen bekämpfen können. Welche für Sie in Frage kommen, kann nur in Fachmann/frau entscheiden.

Ich möchte dringend davor waren, auf eigene Faust hochdosierte Präparate einzunehmen, da sie ebenfalls zu Nebenwirkungen führen können und Wechselwirkungen mit Medikamenten möglich sind!

 

Die Ernährung umstellen?

 

Es gibt zahlreiche Ratgeber für eine Ernährungsweise, die krebsvorbeugend ist. Für mich persönlich zählt vor allem, Zucker in jeder Form selten zu konsumieren, die richtigen Fette zu verwenden und reichlich unbelastetes Obst und Gemüse zu essen. „Essen hält Leib und Seele zusammen“ heißt es ja, deshalb esse ich mit Genuss das, worauf ich Appetit habe und erlaube mir auch mal Ernährungssünden (ich liebe Schokoladeneis!).

 

Krebszellen ernähren sich hauptsächlich von Zucker. Um herauszufinden, ob eine zuckerfreie und kohlenhydratarme Ernährung (ketogene Diät) einen Krebs aushungern kann, wurde an der Universitätsfrauenklinik Würzburg unter der Leitung von Prof. Johannes Dietl eine Studie begonnen, die aber aus Geldmangel eingestellt wurde. Schade, aber auf den Seiten der Klinik findet man informative Poster zum Runterladen über die wichtigsten Öle und Fette, tumorhemmende Lebensmittel und die ketogene Ernährungsweise.

(www.frauenklinik.uni-wuerzburg.de/forschung/ketogene_diaet.htm)

 

 

Stress reduzieren

 

Chronischer Stress ist Gift für das Immunsystem. Deshalb ist es wichtig, Stressoren im eigenen Leben wahrzunehmen, denn häufig ist der Stress zum Alltag geworden und wird als normal empfunden. Bei mir war es chronischer emotionaler Stress. Mein Leben war schon längere Zeit in eine private emotionale Schieflage geraten, unter der ich regelrecht depressiv wurde, bevor der Krebs ausbrach. Obwohl ich vom Kopf her die ganze Zeit wusste, dass ich etwas Wesentliches ändern müsste, war ich gelähmt und konnte keine Entscheidung treffen. Als die Diagnose „Krebs“ dann gestellt wurde, wusste ich, dass dieses Problem als erstes gelöst werden musste, und erstaunlicherweise fiel es mir nicht schwer! Heute höre ich genau auf meinen Körper und versuche, schnell die Reißleine zu ziehen, wenn ich in irgendeiner Art und Weise körperlich oder seelisch überfordert bin.

 

Lachen ist die beste Medizin!

 

Lachen ist ein wunderbarer Selbstheilungsprozess! Beim Lachen werden Glückshormone ausgeschüttet, die Durchblutung wird gesteigert, der Blutdruck normalisiert sich, die Lunge wird besser beatmet und die Infektionsgefahr sinkt. Lachen entspannt, denn es senkt die Stresshormone Adrenalin und Kortisol. Lachen regt die Produktion von Killerzellen und anderen Mitspielern des Immunsystems an, die noch Stunden nach kräftigem Lachen im Blut nachgewiesen werden können. Dabei ist es egal, warum man lacht. Es kann auch ein gewolltes Lachen sein, so wie es beim Lach-Yoga geübt wird.

 

Als ich noch nicht wieder fit war, brachte mich die Comedy-Serie „Die Nanny“ täglich zum Lachen. Mittlerweile habe ich schon lange wieder meinen Humor zurückgefunden, wobei meine Enkelkinder sehr hilfreich waren. Kleinkinder lachen etwa hundertmal am Tag, Erwachsene durchschnittlich nur noch fünfzehnmal. Das sollte man ändern!

 

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